Mehr Möglichkeiten für Ihre private Altersvorsorge.
Ab 2027 wird die staatlich geförderte private Altersvorsorge neu aufgestellt. Das bisherige Riester-Modell wird durch das neue Altersvorsorgedepot abgelöst. Im Mittelpunkt steht das Altersvorsorgedepot, mit dem künftig auch staatlich gefördert in Fonds und ETFs investiert werden kann. Doch welche Vorteile bringt die Reform, wer profitiert davon und was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?
Was ist das neue Altersvorsorgedepot?
Mit dem Altersvorsorgedepot schafft der Gesetzgeber eine neue Möglichkeit, langfristig und staatlich gefördert für den Ruhestand zu sparen. Anders als bei klassischen Riester-Verträgen kann das angesparte Kapital künftig auch ohne Beitragsgarantie am Kapitalmarkt angelegt werden.
Das bedeutet: Statt einen großen Teil des Geldes für Garantien zurückzuhalten, können die Beiträge beispielsweise in breit gestreute Aktienfonds oder ETFs fließen. Dadurch entstehen langfristig höhere Renditechancen. Gleichzeitig können die Anlagen im Wert schwanken und Verluste verursachen.
Wer mehr Wert auf Sicherheit legt, kann weiterhin geförderte Vorsorgeprodukte mit Beitragsgarantien wählen. Entscheidend ist, welche Lösung zur persönlichen Lebenssituation, zur verbleibenden Zeit bis zum Ruhestand und zur eigenen Risikobereitschaft passt.
Welche staatlichen Förderungen gibt es?
Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft die staatliche Förderung. Künftig richtet sich die Grundzulage nach den tatsächlich eingezahlten Beiträgen. Damit wird die Berechnung einfacher und auch regelmäßiges Sparen mit kleineren Beträgen kann sich lohnen.
Die wichtigsten Fördermöglichkeiten im Überblick:
- Bis zu 540 Euro Grundzulage pro Jahr: Für die ersten 360 Euro Eigenbeitrag gibt der Staat 50 Cent pro Euro dazu. Für weitere Einzahlungen bis insgesamt 1.800 Euro sind es 25 Cent pro Euro.
- Bis zu 300 Euro Kinderzulage: Familien können unter bestimmten Voraussetzungen eine jährliche Förderung pro Kind erhalten.
- 200 Euro Berufseinsteigerbonus: Wer vor dem 25. Geburtstag einen Altersvorsorgevertrag abschließt und zum förderfähigen Personenkreis zählt, erhält einen einmaligen Bonus.
- Steuerliche Vorteile: Beiträge können im Rahmen der gesetzlichen Regelungen steuerlich berücksichtigt werden.
Ein Beispiel: Wer monatlich 150 Euro in einen förderfähigen Altersvorsorgevertrag einzahlt, spart jährlich 1.800 Euro. Bei entsprechender Förderberechtigung kommen 540 Euro Grundzulage hinzu. Damit fließen insgesamt 2.340 Euro pro Jahr in die Altersvorsorge – mögliche Wertentwicklungen noch nicht eingerechnet.
Für wen ist das Altersvorsorgedepot interessant?
Das neue Modell kann für unterschiedliche Lebenssituationen interessant sein. Besonders Menschen, die langfristig mit Fonds und ETFs Vermögen aufbauen möchten, haben die Chance auf höhere Wertzuwächse am Kapitalmarkt.
Auch für Familien und junge Berufstätige können die staatlichen Zulagen attraktiv sein. Wer früh beginnt, profitiert außerdem von einem längeren Anlagehorizont und dem möglichen Zinseszinseffekt.
Neu ist zudem, dass künftig grundsätzlich auch Selbstständige, Freiberufler und weitere bislang nicht förderberechtigte Berufsgruppen Zugang zur staatlich geförderten privaten Altersvorsorge erhalten können.
Ob sich das Altersvorsorgedepot tatsächlich lohnt, hängt jedoch immer von den persönlichen Voraussetzungen, den Kosten des gewählten Produkts und der individuellen Vorsorgestrategie ab.
Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?
Wer bereits einen Riester-Vertrag besitzt, muss zunächst nichts unternehmen. Bestehende Verträge können auch nach Einführung des neuen Altersvorsorgedepots weitergeführt werden.
Allerdings entstehen zusätzliche Möglichkeiten: Unter bestimmten Voraussetzungen kann zur neuen Förderung gewechselt oder vorhandenes Guthaben in einen neuen Vertrag übertragen werden.
Ein Wechsel ist jedoch nicht automatisch die bessere Entscheidung. Gerade ältere Riester-Verträge können Garantien oder Konditionen enthalten, die bei einem Neuabschluss nicht mehr verfügbar sind.
Deshalb lohnt es sich, bestehende Verträge sorgfältig zu prüfen und die jeweiligen Förderungen, Kosten, Garantien und Renditechancen miteinander zu vergleichen.
Und was ist mit der Frühstartrente?
Neben dem Altersvorsorgedepot soll auch die Frühstartrente den langfristigen Vermögensaufbau stärken. Ziel ist es, bereits Kindern einen frühen Einstieg in die kapitalgedeckte Altersvorsorge zu ermöglichen.
Vorgesehen ist eine staatliche Förderung von monatlich zehn Euro für anspruchsberechtigte Kinder. Das Geld soll langfristig am Kapitalmarkt angelegt werden und später zur Altersvorsorge beitragen.
Der Start ist für 2027 mit den Geburtsjahrgängen 2020 und 2021 vorgesehen. Die gesetzliche Umsetzung ist noch nicht vollständig abgeschlossen.
Welche Altersvorsorge passt zu Ihnen?
Das neue Altersvorsorgedepot eröffnet zusätzliche Chancen für die private Altersvorsorge. Gleichzeitig bleibt die Entscheidung, wie das eigene Geld langfristig angelegt werden soll, eine sehr persönliche.
Wie viel Sicherheit ist wichtig? Welche Renditechancen sollen genutzt werden? Welche staatlichen Förderungen kommen infrage? Und wie lassen sich bestehende Vorsorgeverträge sinnvoll einbeziehen?
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